kompetenzen

Meine Anfänge

Den ersten Kontakt zu Computern hatte ich schon im Alter von drei Jahren. Damals war mein Vater noch als Programmierer tätig. Meine Aufgabe bestand dann darin zu testen, ob die Programme auch absturzsicher sind. Ich drückte einfach irgendwelche Tasten und bewegte die Maus unkontolliert über den Bildschirm und schaffte es recht oft, das neue Programm zum Absturz zu bringen. Das war mein erstes Engagement als Beta-Tester. Mit vier oder fünf, vielleicht auch mit sechs Jahren, wurde ich dann in die Welt der Computerspiele eingeweiht. Mit "Prince of Persia" schulte ich in stundenlangen Sessions meine Hand-Augen-Koordination. Zu dem Zeitpunkt, als ich alle Buchstaben namentlich benennen, aber keine Wörter lesen konnte, lernte ich den Computer selbstständig zu benutzen. Mit Befehlen wie "ncd prince" war es mir möglich Spiele zu starten.
Mit Verlassen des Analphabetenalters startete ich meine ersten mehr oder weniger gezielten Erkundungstouren durch die Menüs von Windows 3.1. Ich wurde infiziert vom Computervirus.
Nach und nach lernte ich von meinem Vater Office-Programme wie Word und Excel zu bedienen. Mit Büchern von Harry Hops fundierte ich mein Wissen und lernte neue Kniffe kennen. Das nächste Gebiet, welches mich in meinem kindlichen Sein interessierte, war jenes der Computergrafik. Auch dazu  gab es ein passendes Buch aus der Harry-Hops-Reihe, mit dem ich mir erste Kenntnisse in der Welt der Computergrafiken aneignete.
Mehr und mehr begann ich auch Computerfachzeitschriften, wie Chip, PCPraxis und PCWelt zu lesen, welche ich mir immer regelmäßiger in den städtischen Bibliotheken auslieh. In diesen Zeitschriften lernte ich, wie ich ungeliebte blaue Bilschirme verhindern kann und einige andere Tricks, um meine Eltern am Computer ärgern zu können. Meine Eltern konnten Windows 95 nicht mehr herunterfahren. Der einzige Benutzer, der die Rechte hierfür besaß, war ich.

Endlich Online

Im Jahr 2000 sammelte ich meine ersten Online-Erfahrungen. Als fortschrittliche Familie hatten wir einen ISDN-Anschluss, der ein wenig schneller als ein Modem mit Analog-Anschluss ist. Das Dilemma daran war nur, dass der PC zu Hause keine ISDN-Karte besaß. Daraus ergibt sich, dass ich nur ins Internet gehen konnte, wenn sowohl mein Vater als auch sein Laptop zu Hause war.  
Den ersten richtigen Kontakt zu Netzwerken hatte ich in der Schule. Mich hat es immer wahnsinnig beeindruckt, wenn mein damaliger Informatiklehrer seinen Bildschirm auf unsere Bildschirme gebeamt hat oder auch von seinem Platz aus, der fünf Meter von meinem weg war, den Computer, an dem ich saß, bediente. Remote-Control ist schon eine feine Sache.
Ich notierte mir den Programmnamen in der Schule und wollte zu Hause mit dem Laptop meines Vaters und unserem PC die ganze Sache nachbauen. Leider blieb es vorerst beim Wollen, da unser PC leider keine dafür notwendig gewesene Netzwerkkarte besaß.  
Anfang 2001 bekam endlich auch unser Pentium MMX mit 166MHz und 16MB EDO-RAM eine Fritz!-Karte für den ISA-Steckplatz spendiert. Ab diesem Zeitpunkt lernte ich gezielte Anfragen an Suchmaschinenn zu stellen und konnte das Internet immer mehr für schulische Aufgaben nutzen.

R.L. "Computerservice" auf Abruf

Wenn ich mich recht erinnere, bekam mein Onkel in diesem Jahr seinen DSL-Anschluss geschaltet. Da mein Onkel nicht gerade ein Computerexperte ist, suchte er Rat bei mir, um seinen Computer mit DSL-Speed ans Internet anzuschließen. In den damals noch wenig benutzerfreundlichen Handbüchern der Telekom laß ich dann heraus, dass ich zuerst den NTBBA mit der TAE verbinden musste. Mit Hilfe eines ISDN-Kabels verband ich den NTBBA mit dem NTBA und schließlich noch mit einem DSL-Kabel den NTBBA mit dem DSL-Modem.
Wenig später wurde dann meinem Onkel die T-Online-Software lästig, da dadurch der Computer regelmäßig abstürzte. Daraufhin suchte ich im Internet nach Alternativen ohne die Software online gehen zu können und installierte RASPPOE, da es für Windows 98 keine andere Möglichkeit gibt.
Außerdem wurde ich gegen Ende des Jahres von meinem Vater gebeten, einen neuen Computer zusammenzustellen. Um die besten Komponenten auswählen zu können, laß ich Artikel in Fachzeitschriften, wie PCPraxis, PCWelt, Chip und der PC Games Hardware, da der Computer auch zum Spielen dienen sollte. Am Ende kam ein Computer heraus, der noch heute als Zweitrechner im Einsatz ist. Des Weiteren musste ich mich belesen, wie man eine Festplatte partitioniert und wie man Windows 2000 Professional installieren kann, da der Computer "nackig" ausgeliefert wurde.  
Nach unzähligen Neustarts aufgrund von Treiberinstallationen konnte der ersten "großen" Lan-Party nichts mehr im Wege stehen. Sie hatte zwar auch nur zwei Teilnehmer, aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich mein erstes kleines Netzwerk mit einem gekreuzten Netzwerkkabel konfiguriert habe. Spaß hat mir das allemal bereitet.

Linux

Durch das Lesen von Fachzeitschriften und die immer größer werdenden Sicherheitslecks bei Windows wuchs mein Interesse für LINUX.  Auf einer CD, die der PC Games Hardware beilag, fand ich eine Live Evaluation Version von Suse Linux 7.2., die nur von CD gestartet werden musste. Nach sehr kurzer Einarbeitungszeit gelang es mir dann mit Yast2 eine Internetverbindung herzustellen und mit LINUX Online zu gehen. Ich wollte mehr von Linux wissen und fand wenig später auf einer Heft-CD ein Suse Linux 8.1. Seit dem hab ich immer eine Linux-Version neben Windows installiert, um bei einem nicht gerade seltenen Windows-Crash meine Daten noch retten zu können. Mit dem Linux-Tool Samba schaffte ich es außerdem, ein Netzwerk zwischen einem Windows-PC und einem Linux-PC aufzubauen.
In der Folgezeit mutierte ich zur PC-Hilfe auf Abruf, was von Familie und Freunden auch rege genutzt wurde, um deren manchmal nicht gerade einfachen Probleme zu lösen. Low-Level-Formatierungen von einem bootfähigen USB-Stick mit folgenden kompletten Neuinstallationen blieben mir dabei nicht erspart.

"Ich geb Gas, ich will Spaß"

Im November 2005 bestand ich meine Fahrprüfung. Seitdem brauche ich im Winter keine Angst mehr haben auf dem Fahrrad festzufrieren, wenn ich zum Fussball-Training fahre.

Endlich DSL!

Im Juli 2006 hatte ich das Glück, einen der schönsten Anrufe entgegenzunehmen. Eine Mitarbeiterin von der Telekom erzählte mir, dass DSL nun endlich am Haus verfügbar ist. Mein Gott, wie lange habe ich darauf gewartet. Jedoch gab es auch hier ein Problem. Die TAE befindet sich bei mir zu Hause im Keller. Wie bekomm ich nun die DSL-Leitung in die erste Etage, wo sich die Computer befinden? Die erste Idee: WLAN. Jedoch hatte mein Vater Sorgen wegen der Reichweite, da die Funkwellen durch zwei Betondecken durch müssen. Glücklicherweise hatte meine Mutter auf Arbeit genau die selbe Fritz!Box stehen, wie ich sie bekommen würde, wenn ich DSL bestelle. Der Test ergab, dass das Signal nur bis ins Erdgeschoss reichte. Mist! Nächste Lösung suchen: DLAN. Ethernet über die Steckdose ist aber verdammt teuer. Also brauchen wir eine dritte Lösung: Telefonanlage im Haus umverkabeln. Gesagt, getan, informierte ich mich im Internet, wie man aus ISDN-Dosen LAN-Dosen macht. Glücklicherweise hat der Elektriker achtadriges Telefonkabel verlegt. Damit musste im Keller nur eine LAN-Dose und eine neue Steckdose für den Router angebracht werden, sowie an jeder Dose, die von einer ISDN- zu einer LAN-Dose umfunktioniert wurde, die Kabelbelegungen geändert werden. Da ich mir keine Crimp-Werkzeuge leisten konnte, wurde eben mit einem Schraubenzieher, auch Schraubendreher genannt, gecrimpt. Ergebnis: Ich habe ein toll funktionierendes 100MBit-Netzwerk und bin damit schneller als bei WLAN oder auch DLAN.
Seit dem ich DSL habe, kann ich auch endlich an Betatests teilnehmen. Derzeit teste ich Office 2007 und Windows Vista.